L’amore fa ammalare i cuori


Richard Strauss (1864 - 1949): Zueignung (Dedizione), Lied op. 10 n. 1 (1885, orchestrato nel 1940) su testo di Hermann von Gilm (1812 - 1864). Doppia dame Kiri Te Kanawa: con sir Georg Solti al pianoforte, e con la London Symphony Orchestra diretta da sir Andrew Davis.

Ja, du weißt es, teure Seele,
Daß ich fern von dir mich quäle,
Liebe macht die Herzen krank,
  Habe Dank.

Einst hielt ich, der Freiheit Zecher,
Hoch den Amethysten-Becher,
Und du segnetest den Trank,
  Habe Dank.

Und beschworst darin die Bösen,
Bis ich, was ich nie gewesen,
heilig, heilig an’s Herz dir sank,
  Habe Dank.

Sì, tu sai, anima cara,
che lontano da te sto in pena,
l’amore fa ammalare i cuori.
  Grazie!

Una volta io, ebbro di libertà,
levai alto il calice d’ametista,
e tu benedicesti la bevanda.
  Grazie!

E tenesti lontani i malvagi
finché io, come mai avevo fatto,
santo, santo, caddi sul tuo cuore.
  Grazie!

Cambio della guardia in estate

Gustav Mahler (7 luglio 1860 - 1911): Ablösung im Sommer (Cambio della guardia in estate), Lied in la minore per voce e pianoforte (c1887-90); testo tratto dalla raccolta Des Knaben Wunderhorn rielaborato da Mahler. Dietrich Fischer-Dieskau, baritono; Leonard Bernstein, pianoforte (registrazione dell’8 novembre 1968).


Lo stesso Lied nella versione orchestrale di Harold Byrns. Bernd Weikl, baritono; Philharmonia Orchestra, dir. Giuseppe Sinopoli.

Kuckuck hat sich zu Tode gefallen
An einer grünen Weiden,
Kuckuck ist tot! Kuckuck ist tot!
Hat sich zu Tod’ gefallen!
Wer soll uns denn den Sommer lang
Die Zeit und Weil vertreiben?

Ei! Das soll tun Frau Nachtigall,
Die sitzt auf grünem Zweige;
Die kleine, feine Nachtigall,
Die liebe, süße Nachtigall!
Sie singt und springt, ist allzeit froh,
Wenn andre Vögel schweigen.

Wir warten auf Frau Nachtigall,
Die wohnt im grünen Hage,
Und wenn der Kukuk zu Ende ist,
Dann fängt sie an zu schlagen!

Il cucù è caduto, morto,
ai piedi di un verde salice,
Il cucù è morto! Il cucù è morto!
È caduto, morto!
Chi mai, per tutta la lunga estate,
ci aiuterà a far passare il tempo?

Ah! Ci penserà il signor usignolo
che sta sopra un verde ramo;
il piccolo, gentile usignolo,
il caro, dolce usignolo!
Canta e saltella, sempre allegro,
quando gli altri uccelli tacciono.

Aspettiamo il signor usignolo,
che abita in mezzo al verde,
e quando il cucù se ne sarà andato
comincerà a cantare!

Ablösung im Sommer

Come al solito

Arnold von Bruck (c1500 - 6 febbraio 1554): Es gieng ein lantzknecht a 4 voci (pubblicato in Der ander theil Kurtzweiliger guter frischer Teutscher Liedlein zu singen vast lustig, 1540, n. 47). Convivium Musicum e Ensemble Villanella.
Un lanzichenecco se ne va qua e là, come al solito non ha né da bere né denaro, e come al solito vorrebbe molto di più…

Es gieng ein lantzknecht über feldt
In aller maß wie vor,
Er het kein beutel noch kein gelt
Und dennoch noch vil weyter mer
in aller maß wie vor.
Beyne gut Heinrich ochsen kolben
huppen beim
encian specian lor òl rûbenkreut tanzapfen
docken breyte pleter
die sein innen hol.

Er kam für eines wirtes hauß,
In aller maß wie vor,
Die wirtin schawt zum fenster auß
Und dennoch noch vil weyter mer…


Mozartransformer

Stephen Hough (1961): Three Mozart Transformations, after Poulenc per pianoforte (2006). Esegue l’autore.

I. Minuet (dal Minuetto in sol maggiore K 1)
II. Klavierstück (dal brano senza titolo in fa maggiore K 33b) [2:19]
III. Sehnsucht nach dem Frühling (dal Lied omonimo K 596) [3:33]


Equinozio – XII

Johannes Brahms (1833 - 1897): Im Herbst per coro a cappella op. 104 n. 5 (1888) su testo di Klaus Groth. The Monteverdi Choir, dir. John Eliot Gardiner.

Ernst ist der Herbst.
Und wenn die Blätter fallen,
sinkt auch das Herz zu trübem Weh herab.
Still ist die Flur,
und nach dem Süden wallen
die Sänger stumm, wie nach dem Grab.

Bleich ist der Tag,
und blasse Nebel schleiern
die Sonne wie die Herzen ein.
Früh kommt die Nacht:
denn alle Kräfte feiern,
und tief verschlossen ruht das Sein.

Sanft wird der Mensch.
Er sieht die Sonne sinken,
er ahnt des Lebens wie des Jahres Schluß.
Feucht wird das Aug’,
doch in der Träne Blinken
entströmt des Herzens seligster Erguß.

(Severo è l’autunno. E quando cadono le foglie anche il cuore sprofonda in un cupo dolore. Silenti sono i campi, gli uccellini volano muti verso sud come se si avvicinassero alla tomba.
Pallido è il giorno, e nebbie livide avvolgono così il sole come i cuori. Presto giunge la notte: ogni energia se ne va, la vita giace racchiusa nel profondo.
Docile si fa l’uomo. Quando vede calare il sole capisce che sta arrivando la fine dell’anno e della vita. L’occhio si gonfia di pianto, ma nel brillar delle lacrime il cuore si scioglie alla felicità.)


Domani!

Richard Strauss (1864 - 1949): Morgen!, Lied per voce e pianoforte op. 27 n. 4 (1894) su testo di John Henry Mackay. Dame Kiri Te Kanawa, soprano; sir Georg Solti, pianoforte.

Und morgen wird die Sonne wieder scheinen
und auf dem Wege, den ich gehen werde,
wird uns, die Glücklichen sie wieder einen
inmitten dieser sonnenatmenden Erde…
und zu dem Strand, dem weiten, wogenblauen,
werden wir still und langsam niedersteigen,
stumm werden wir uns in die Augen schauen,
und auf uns sinkt des Glückes stummes Schweigen…

(E domani il sole splenderà ancora, e sulla strada che percorrerò ci unirà ancora, noi fortunati, nel mezzo di questa terra che respira il sole… e sulla spiaggia, ampia, azzurra, scenderemo ancora e lentamente, silenziosamente ci guarderemo negli occhi e su di noi calerà il silenzio muto della felicità.)


Notturno – XV

Othmar Schoeck (1º settembre 1886 - 1957): Notturno, 5 pezzi per voce e quartetto d’archi op. 47 (1933) su testi di Nikolaus Lenau e Gottfried Keller. Niklaus Tüller, baritono; Quartetto d’archi di Berna.

I.

– Ruhig (testo: Liebe und Vermählung di Lenau)

Sieh dort den Berg mit seinem Wiesenhange,
Die Sonne hat verzehrend ihn durchglüht,
Und Strahl auf Strahl noch immer niedersprüht;
Wie sehnt er nach der Wolke sich so bange!

Dort schwebt sie schon in ihrem luft’gen Gange,
Auf deren Kuß die Blumenfreude blüht;
Wie flehend sich um ihre Neigung müht
Der Berg, daß sie sein Felsenarm umfange!

Sie kommt, sie naht, sie wird herniedersinken,
Er aber die Erquickungsreiche tief
Hinab in seinen heißen Busen trinken.

Und auferblühn’ in wonniger Beseelung
Wird, was an schönen Blüten in ihm schlief,
Ein treues Bild der Liebe, der Vermählung!

Sieh hier den Bach, anbei die Waldesrose:
Sie mögen dir vom Lieben und Vermählen
Die wandelbaren, täuschungsvollen Lose
Getreuer viel, als Berg und Wolk, erzählen.

Die Rose lauscht ins liebliche Getose,
Umsungen von des Haines süßen Kehlen,
Und ihr zu Füßen weint der Ruhelose,
Der immer naht, ihr immer doch zu fehlen.

Ein schönes Spiel! solang der Frühling säumt,
Die Rose hold zum Bach hinunter träumt,
Solang ihr Bild in seinen Wellen zittert.

Wenn Sommersgluten sie vom Strauche jagen,
Wenn sie vom Bache wird davongetragen,
Dann ist sie welk, der Zauber ist verwittert!

– Andante appassionato [5:07]

– Etwas breiter (testo: Der schwere Abend di Lenau) [10:29]

Die dunklen Wolken hingen
Herab so bang und schwer,
Wir beide traurig gingen
Im Garten hin und her.

So heiß und stumm, so trübe
Und sternlos war die Nacht,
So ganz, wie unsre Liebe,
Zu Tränen nur gemacht.

Und als ich mußte scheiden
Und gute Nacht dir bot,
Wünscht’ ich bekümmert beiden
Im Herzen uns den Tod.

– Sehr ruhig (testo: Blick in den Strom di Lenau) [12:42]

Sahst du ein Glück vorübergehn,
das nie sich wiederfindet,
Ist’s gut in einen Strom zu sehn,
wo alles wogt und schwindet.

O, starre nur hinein, hinein;
Du wirst es leichter missen,
Was dir, und soll’s dein Liebstes sein,
Vom Herzen ward gerissen.

Blick unverwandt hinab zum Fluß,
Bis deine Tränen fallen,
Und sieh durch ihren warmen Guß
Die Flut hinunterwallen.

Hinträumend wird Vergessenheit
Des Herzens Wunde schließen;
Die Seele sieht mit ihrem Leid
Sich selbst vorüberfließen.


II. [15:49]

– Presto (testo: Traumgewalten di Lenau)

Der Traum war so wild, der Traum war so schaurig
So tief erschütternd, unendlich traurig.
Ich möchte gerne mir sagen:
Daß ich ja fest geschlafen hab,
Daß ich ja nicht geträumt hab,
Doch rinnen mir noch die Tränen herab,
Ich höre mein Herz noch schlagen.

Ich bin erwacht in banger Ermattung,
Ich finde mein Tuch durchnäßt am Kissen,
Wie mans heimbringt von einer Bestattung;
Hab ichs im Traume hervorgerissen
Und mir getrocknet das Gesicht?
Ich weiß es nicht.
Doch waren sie da, die schlimmen Gäste,
Sie waren da zum nächtlichen Feste.

Ich schlief, mein Haus war preisgegeben,
Sie führten darin ein wüstes Leben.
Nun sind sie fort, die wilden Naturen;
In diesen Tränen find ich die Spuren,
Wie sie mir alles zusammengerüttet
Und über den Tisch den Wein geschüttet.


III. [19:08]

– Unuhig bewegt (testo: Ein Herbstabend di Lenau)

Es weht der Wind so kühl, entlaubend rings die Äste,
Er ruft zum Wald hinein: Gut Nacht, ihr Erdengäste!

Am Hügel strahlt der Mond, die grauen Wolken jagen
Schnell übers Tal hinaus, wo alle Wälder klagen.

Das Bächlein schleicht hinab, von abgestorbnen Hainen
Trägt es die Blätter fort mit halbersticktem Weinen.

Nie hört ich einen Quell so leise traurig klingend,
Die Weid am Ufer steht, die weichen Äste ringend.

Und eines toten Freunds gedenkend lausch ich nieder
Zum Quell, er murmelt stets: wir sehen uns nicht wieder!

Horch! plötzlich in der Luft ein schnatterndes Geplauder:
Wildgänse auf der Flucht vor winterlichem Schauder.

Sie jagen hinter sich den Herbst mit raschen Flügeln,
Sie lassen scheu zurück das Sterben auf den Hügeln.

Wo sind sie? ha! wie schnell sie dort vorüberstreichen
Am hellen Mond und jetzt unsichtbar schon entweichen;

Ihr ahnungsvoller Laut läßt sich noch immer hören,
Dem Wandrer in der Brust die Wehmut aufzustören.

Südwärts die Vögel ziehn mit eiligem Geschwätze;
Doch auch den Süden deckt der Tod mit seinem Netze.

Natur das Ewge schaut in unruhvollen Träumen,
Fährt auf und will entfliehn den todverfallnen Räumen.

Der abgerißne Ruf, womit Zugvögel schweben,
Ist Aufschrei wirren Traums von einem ew’gen Leben.

Ich höre sie nicht mehr, schon sind sie weit von hinnen;
Die Zweifel in der Brust den Nachtgesang beginnen:

Ists Erdenleben Schein? – ist es die umgekehrte
Fata Morgana nur, des Ew’gen Spiegelfährte?

Warum denn aber wird dem Erdenleben bange,
Wenn es ein Schein nur ist, vor seinem Untergange?

Ist solche Bängnis nur von dem, was wird bestehen,
Ein Widerglanz, daß auch sein Bild nicht will vergehen?

Dies Bangen auch nur Schein? So schwärmen die Gedanken,
Wie dort durchs öde Tal die Herbstesnebel schwanken.


IV. [25:36]

– Ruhig und leise (testo: Herbst di Lenau)

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör’ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.


V. [28:17]

– Rasch und kräftig (testo: Der einsame Trinker di Lenau)

«Ach, wer möchte einsam trinken,
Ohne Rede, Rundgesang,
Ohne an die Brust zu sinken
Einem Freund im Wonnedrang?»

Ich; – die Freunde sind zu selten;
Ohne Denken trinkt das Tier,
Und ich lad aus andern Welten
Lieber meine Gäste mir.

Wenn im Wein Gedanken quellen,
Wühlt ihr mir den Schlamm empor,
Wie des Ganges heilge Wellen
Trübt ein Elephantenchor.

Dionys in Vaterarme
Mild den einzlen Mann empfing,
Der, gekränket von dem Schwarme,
Nach Eleusis opfern ging.

– Allegretto (ruhig) [29:57]

– Breiter (testo: Impromptu di Lenau) [31:46]

O Einsamkeit! wie trink ich gerne
Aus deiner frischen Waldzisterne!

– Allegretto tranquillo (testo: Heerwagen, mächtig Sternbild der Germanen di Keller) [32:16]

Heerwagen, mächtig Sternbild der Germanen,
das du fährst mit stetig stillem Zuge
über den Himmel deine herrliche Bahn,
von Osten aufgestiegen alle Nacht!
O fahre hin und kehre täglich wieder!
Sieh meinen Gleichmut und mein treues Auge,
das dir folgt so lange Jahre!
Und bin ich müde, o so nimm die Seele,
die so leicht an Wert, doch auch an üblem Willen,
nimm sie auf und laß sie mit dir reisen,
schuldlos wie ein Kind, das deine Strahlendeichsel
nicht beschwert, hinüber!
ich spähe weit, wohin wir fahren.


Othmar Schoeck