Autunno – XV

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 - 1847): Im Herbst, Lied per voce e pianoforte op. 9 n. 5 (1830) su testo di Karl Klingemann (1798–1862). Barbara Bonney, soprano; Geoffrey Parsons, pianoforte.

Ach, wie schnell die Tage fliehen,
Wo die Sehnsucht neu erwacht,
Wo die Blumen wieder blühen;
Und der Frühling wieder lacht!

Alle Wonne soll erstehen,
In Erfüllung alles gehen.
Ach, wie schnell die Tage fliehen,
Wo die Sehnsucht neu erwacht!

Seht, die Tage gehn und kommen,
Zieh’n vorüber blütenschwer,
Sommerlust ist bald verglommen,
Und der Herbstwind rauscht daher.

Ach, das rechte Blühn und Grünen,
Es ist wieder nicht erschienen!
Ach, wie schnell die Tage fliehen,
Wo die Sehnsucht neu erwacht!


Autunno – XIII

Johannes Brahms (1833 - 1897): Im Herbst per coro a cappella op. 104 n. 5 (1888) su testo di Klaus Groth. The Monteverdi Choir, dir. John Eliot Gardiner.

Ernst ist der Herbst.
Und wenn die Blätter fallen,
sinkt auch das Herz zu trübem Weh herab.
Still ist die Flur,
und nach dem Süden wallen
die Sänger stumm, wie nach dem Grab.

Bleich ist der Tag,
und blasse Nebel schleiern
die Sonne wie die Herzen ein.
Früh kommt die Nacht:
denn alle Kräfte feiern,
und tief verschlossen ruht das Sein.

Sanft wird der Mensch.
Er sieht die Sonne sinken,
er ahnt des Lebens wie des Jahres Schluß.
Feucht wird das Aug’,
doch in der Träne Blinken
entströmt des Herzens seligster Erguß.

(Severo è l’autunno. E quando cadono le foglie anche il cuore sprofonda in un cupo dolore. Silenti sono i campi, gli uccellini volano muti verso sud come se si avvicinassero alla tomba.
Pallido è il giorno, e nebbie livide avvolgono così il sole come i cuori. Presto giunge la notte: ogni energia se ne va, la vita giace racchiusa nel profondo.
Docile si fa l’uomo. Quando vede calare il sole capisce che sta arrivando la fine dell’anno e della vita. L’occhio si gonfia di pianto, ma nel brillar delle lacrime il cuore si scioglie alla felicità.)