Das flehende Lied

Richard Strauss (1864 - 8 settembre 1949): Notturno, Lied con orchestra op. 44 n. 1 (1899) su testo di Richard Dehmel (tratto da Erscheinung, pubblicata nella raccolta Erlösungen, 1891). Linda Finnie, mezzosoprano; Scottish National Orchestra, dir. Neeme Järvi.

Hoch hing der Mond; das Schneegefild
lag weit und öde um mich her,
wie meine Seele bleich und leer.
Und neben mir – so stumm und wild,
so stumm und kalt wie meine Not,
als wollt’ er weichen nimmermehr,
saß starr – und wartete – der Tod.

Da kam es her, wie einst so mild,
so bang und sacht,
aus ferner Nacht;
so kummerschwer
kam seiner Geige Hauch daher,
und vor mir stand sein stilles Bild.

Der mich umflochten wie ein Band,
daß meine Blüte nicht zerfiel
und daß mein Herz die Sehnsucht fand,
die große Sehnsucht ohne Ziel:
dar stand er nun in öden land,
und stand so trüb und feierlich,
und sah nicht auf, noch grüßte mich, –
nur seine Töne ließ er irr’n
und weinen durch die kühle Flur,
und mir entgegen schaute nur
auf seiner Stirn,
als wär’s ein Auge hohl und fahl,
der tiefen Wunde dunkles Mal.

Und trüber quoll das trübe Lied,
und quoll so heiß, und wuchs und schwoll,
so heiß und voll
wie Leben, das nach Liebe glüht, –
wie Liebe, die nach Leben schreit,
nach ungenoßner Seligkeit,

so wehevoll,
so wühlend quoll
das strömende Lied und flutete, –
und leise leise blutete
und strömte mit
ins bleiche schneefeld, rot und fahl,
der tiefen Wunde dunkles Mal.

Und müder glitt die müde Hand,
und vor mir stand
ein bleicher Tag,
ein ferner bleicher Jugendtag,
da Starr im Sand
zerfallen seine Blüte lag,
da seine Sehnsucht sich vergaß
in ihrer Schwermut Uebermaß
und seiner Traurigkeiten müd
zum Ziel Er schritt, –
und liet auf schrie das wienende Lied,
das wühlende, und flutete,
und seiner Saiten Klage schnitt
und seine Stirme blutete
und weinte mit
in meiner starre Seelennot,
als sollt’ ich hören ein Gebot,
als sollt’ ich fühlen, was ich litt,
und fühlen alles Leidens Schuld
und alles Lebens warme Huld, –
und also, blutend, wandt’ er sich
ins bleiche Dunkel – und verblich.

Und bebend hört’ ich mir entgehn,
entfliehn das Lied, und wie so zart
so zitternd ward
der langen Töne fernes Flehn, –
da fühlte ich kalt ein Rauschen wehn
und grauenschwer
die Luft sich rühren um mich her,
und wollte bebend doch ihn sehn,
sein Lauschen sehn,
Der wartend saß bei meiner Not,
und wandte mich, – da lag es kahl.
das bleiche Feld: und still und fahl
zog fern vondannen – auch der Tod.

Hoch hing der Mond; und mild und müd
hinschwand es in die leere Nacht,
das flehende Lied, –
und schwand und schied,
des toten Freundes flehendes Lied.


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